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© robert reiter - media consulting 
Ambulanzen > Anästhesieambulanz > Anästhesieformen
Anästhesieformen

Der diagnostische Eingriff bzw. die Operation, die bei Ihnen geplant sind, bedeuten für Sie eine besondere Situation und so wollen wir Sie auf dieser Homepage über unsere Arbeit im Bereich der Anästhesie informieren: Unsere Abteilung besteht aus einem routinierten und eingespielten Team von 43 Anästhesisten, die sich um Sie kümmern und um Ihre Sicherheit bemüht sind.

Lokalanästhesie 

Regionalanästhesie

Allgemeinanästhesie

Kindernarkose

Am Tag der Anästhesie

Was passiert mit dem Patienten im Operationssaal bzw. Eingriffsraum?

Die verschiedenen Anästhesieverfahren im Detail

Häufige Fragen


Das Wort Anästhesie (griechisch) bedeutet Empfindungslosigkeit bzw. Betäubung. Für die Schmerzausschaltung kommen drei Verfahren in Betracht, die in geeigneten Fällen auch miteinander kombiniert werden können:

Lokalanästhesie

Nur ein kleiner Bezirk des Körpers wird schmerzfrei gemacht. Diese Art der Anästhesie führt in der Regel der operierende bzw. untersuchende Arzt selbst durch. Manchmal ist abhängig vom Gesundheitszustand des Patienten auch ein Anästhesist zu Ihrer Betreuung anwesend.

Regionalanästhesie

Sie erstreckt sich auf einen größeren Abschnitt (Region) des Körpers. Hierzu gehören beispielsweise die verschiedenen Formen der Plexusanästhesie und die rückenmarksnahen Anästhesieverfahren (Spinalanästhesie und Epiduralanästhesie). Diese Art der Anästhesie führt der Facharzt für Anästhesiologie durch.

Allgemeinanästhesie

Sie wird auch Narkose genannt. Dabei werden Sie in einen schlafähnlichen Zustand versetzt. Diese Art der Anästhesie führt ebenfalls der Facharzt für Anästhesiologie durch.

Unser Anästhesie-Team besteht aus Ärztinnen und Ärzten sowie Schwestern und Pflegern, die eine mehrjährige spezielle Weiterbildung im Fach erhalten haben. Sie verfügen über besondere Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen. Ihr Ziel ist es, Anästhesie, Operation und bestimmte Untersuchungen für Sie so sicher und angenehm wie möglich zu machen.

Während des Eingriffs sorgen wir für die Ausschaltung des Schmerzes und überwachen ständig die Funktionen aller lebenswichtigen Organe. Ihr/e Anästhesist/in betreut Sie ununterbrochen während der gesamten Dauer der Anästhesie.


Kindernarkose

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen! Diese Selbstverständlichkeit wird leider viel zu oft vergessen. Wir versuchen, durch besondere Rücksichtnahme auf die spezielle Situation des Kindes und seiner Eltern, auf bewusste und auch unbewusste Ängste und Sorgen, Vertrauen und - wenn möglich - auch ein wenig Geborgenheit in den Ablauf des Eingriffs und der Narkose zu bringen.

Bei unseren kleinen Patienten leiten wir eine Allgemeinanästhesie - wenn möglich - wie bei Erwachsenen durch Injektion eines Narkosemedikaments in eine Vene ein. Da viele Kinder vor Nadeln eine panische Angst haben, sorgen wir mit einer örtlichen Betäubung der Einstichstelle für eine fast schmerzlose Narkoseeinleitung. Ist ein solches Vorgehen nicht möglich, kann das Kind auch ein Medikament über eine Maske einatmen und schläft rasch ein.

Zusätzlich erhalten kleine Kinder etwa 30 Minuten vor der Anästhesie ein Beruhigungsmittel in Form eines rektalen Zäpfchens oder als Saft zum Trinken. Dieses Medikament macht etwas schläfrig, löst die Angst und löscht das Erinnerungsvermögen für das Erlebte.

Ebenso wie bei Erwachsenen legen wir auch bei unseren kleinen Patienten besonderen Wert auf eine möglichst weitgehende Schmerzfreiheit nach der Operation.
So gibt es bei Operationen im Bereich des Beckens eine spezielle postoperative Schmerztherapie im Form eines sogenannten Caudalblockes.

Vertrauen ist die Grundlage einer erfolgreichen Bewältigung von Eingriff und Narkose, dem dient ein ausführliches Gespräch vor der Narkose, zu dem Sie bitte den Anästhesiebogen ausgefüllt mitbringen. Sind Sie unsicher, oder haben Fragen, rufen Sie uns an.

Bei gesunden Kindern sind Narkosen risikoarm. Bei einer akuten Erkrankung (Husten, Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl) des Kindes wird man einen geplanten Eingriff verschieben.

 


Am Tag der Anästhesie

Was ist vor der Anästhesie zu beachten?

Bedenken Sie bitte, dass Sie durch Ihr Verhalten sehr viel zum sicheren Ablauf der Anästhesie beitragen können. Folgende Hinweise sollten Sie unbedingt beachten:
• Vor der Anästhesie müssen Sie nüchtern sein. Falls nicht anders angeordnet, dürfen Sie sechs Stunden vor der Anästhesie nicht mehr essen und zwei Stunden nicht mehr trinken. Bis zu diesem Zeitpunkt dürfen Sie klare, fettfreie Flüssigkeiten (Tee, Wasser, Kaffee, jedoch keine Milch oder Milchprodukte) zu sich nehmen.
• Aspirin oder andere blutverdünnende Medikamente, die Sie wegen einer Durchblutungsstörung, nach einem Herzinfarkt oder der Implantation eines koronaren Stents einnehmen, sollten ca eine Woche vor dem Eingriff abgesetzt werden. Beim Anästhesievorbereitungsgespräch werden Ihnen genaue Instruktionen erteilt.
• Ihre Dauermedikamente nehmen Sie bitte zur gewohnten Zeit auf jeden Fall mit einem Schluck Wasser ein, es sei denn, Ihr/e Anästhesist/in hat Ihnen eine andere Empfehlungen gegeben.
• Achtung Diabetiker: Medikamente zur Behandlung des Diabetes mellitus dürfen nur auf Anordnung Ihres/Ihrer Anästhesisten/in eingenommen werden. Bringen Sie diese Medikamente bitte auf jeden Fall am Anästhesietag mit.
• Am Anästhesietag dürfen Sie nicht mehr rauchen.
• Legen Sie bitte kein Make-up auf und lackieren Sie nicht die Fingernägel. Vorhandenes Make-up und Nagellack sollten entfernt werden.
Beachten Sie bitte, dass diese Hinweise auch dann gelten, wenn mit Ihnen eine Operation in Regional- oder Lokalanästhesie vereinbart worden ist.

Was passiert mit dem Patienten im Operationssaal bzw. Eingriffsraum?

Im eigentlichen Operations- oder Eingriffsraum werden noch einmal alle Daten überprüft. Dann legen wir, falls noch nicht vorhanden, eine kleine Kunststoffkanüle in eine der Venen auf dem Handrücken oder im Arm. Über die Kanüle erhalten Sie sofort ein Beruhigungsmittel, um Ihnen eine möglichst entspannte Situation zu ermöglichen. Danach überwachen wir ständig Ihre Herztätigkeit durch ein EKG und messen in regelmäßigen Abständen Ihren Blutdruck. Ein Fühler an Ihrem Finger zeigt uns während der Anästhesie ständig an, wie viel Sauerstoff in Ihrem Blut ist.

 


Die verschiedenen Anästhesieverfahren im Detail

Allgemeinanästhesie

Nach Abschluss aller notwendigen Vorbereitungen beginnen wir die Anästhesie mit der Verabreichung der Narkosemedikamente über die Venenkanüle am Arm oder auf dem Handrücken. Das Einschlafen erfolgt schnell und wird von den meisten Patienten als sehr angenehm empfunden.

Narkose ist ein Zustand tiefen, gefühl- und erinnerungslosen Schlafes, der durch die ständige Zufuhr von Medikamenten erreicht wird. Diese Medikamente atmen Sie entweder über eine Kehlkopfmaske oder einen Beatmungsschlauch ein, von denen Sie aber nichts bemerken, oder Sie erhalten die Medikamente direkt in die Blutbahn. Meist muss - zumindest vorübergehend und für Sie unmerklich- die Atmung unterstützt werden. Ihr/e Anästhesist/in betreut Sie während der gesamten Operation. Dabei wird die Anästhesie Ihren individuellen Bedürfnissen fortlaufend angepasst, um Sie optimal zu versorgen.

Mögliche Begleitmaßnahmen: Über eventuell notwendige weitere Maßnahmen wie zum Beispiel spezielle Schmerztherapien werden Sie selbstverständlich vorher dem Eingriff aufgeklärt.

Nach der Operation: Sobald die Zufuhr der Narkosemedikamente unterbrochen wird, erwachen Sie unmittelbar nach Ende der Operation.

Auch nach der Anästhesie betreuen wir Sie und beobachten Sie noch einige Zeit im Aufwachraum, bis die Wirkungen der Narkose vollständig abgeklungen sind. Bei Wünschen oder Beschwerden zögern Sie bitte nicht und wenden sich an uns. Die bereits während der Anästhesie begonnene Schmerzbehandlung für die Zeit nach der Operation wird hier fortgesetzt und optimiert.

Sie werden vom Aufwachraum auf die Station gebracht, wenn Sie kreislaufstabil sind und keine Übelkeit sowie keine oder nur geringe - für Sie tolerierbare - Schmerzen bestehen.
 

Plexusanästhesie

Bei einer Plexusanästhesie wird ein Nervengeflecht (Plexus) betäubt. Je nach Notwendigkeit führen wir folgende Plexusanästhesien durch:
• axilläre Plexusanästhesie des Armes
• infraclaviculäre Plexusanästhesie des Armes
• lumbale Plexusanästhesie des Beines (3-in-1-Block)
 

Axilläre Plexusanästhesie

Das örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) wird mittel einer speziellen Injektionsnadel in der Achselhöhle oder unterhalb des Schlüsselbeins in die Nähe der schmerzleitenden Nervenstämme gespritzt. Dadurch wird das Armnervengeflecht (Armplexus), welches die Schulter und den Arm versorgt, betäubt.

Zum sicheren Aufsuchen der Nervenstämme verwenden wir einen elektrischen Nervenstimulator. Dieser wird mit der Injektionsnadel verbunden und sendet schwache elektrische Impulse aus. Durch Kribbeln in den zu betäubenden Nerven und schmerzfreie unwillkürliche Muskelzuckungen erkennt Ihr/e Anästhesist/in die richtige Lage der Injektionsnadel.

Über die möglichen Einsatzbereiche, Nebenwirkungen und Risiken wird Sie Ihr/e Anästhesist/in informieren. Fragen Sie bitte gezielt danach.

Sollte die Wirkung der Plexusanästhesie nicht ausreichen, um den Eingriff schmerzfrei durchführen zu können, oder sollten andere Komplikationen auftreten, kann ein Übergang zur Allgemeinanästhesie erforderlich werden. Geben Sie daher bitte vorsorglich Ihre Einwilligung auch für eine Allgemeinanästhesie.
 
 
Analog zur Anlage einer axillären Plexusanästhesie wird beim 3-in-1-Block ein Nervengeflecht, das Teile des Oberschenkels versorgt, betäubt. Dieses Verfahren setzen wir hauptsächlich zur Schmerzbehandlung nach komplizierteren Operationen am Kniegelenk ein.
 

Sedoanalgesie

Die Sedoanalgesie wird besonders häufig bei diagnostischen und therapeutischen interventionellen Eingriffen angewendet, in der ästhetischen Chirurgie und in Kombination mit Regionalanästhesiologischen Verfahren. Die Patienten erhalten dabei geringe Dosen eines sedierend und analgetisch wirkenden Medikamentes, wodurch ein leichter Dämmerschlaf hervorgerufen wird. Meistens können sich die Patienten an den Eingriff nicht erinnern. Auch bei diesem Verfahren ist ständig ein Anästhesist oder eine Anästhesistin anwesend, um den Patienten mittels technischer Unterstützung zu überwachen, die erforderliche Kreislauf- und Atemunterstützung zu gewährleisten und die zur Sedoanalgesie nötigen Medikamente entsprechend zu supplementieren.
 
 

Es gibt eine Reihe von Fällen, bei denen aus verschiedenen Gründen keine Vollnarkose und keine Regionalanästhesie durchgeführt werden sollen oder können. Hier kann der Eingriff in Lokalanästhesie durchgeführt werden. Diese wird in der Regel vom Operateur durchgeführt. Bei einigen Patienten ist aber die Situation von Atmung oder Kreislauf so kritisch, dass es wichtig ist, bedrohliche Veränderungen sofort zu bemerken und jederzeit therapeutisch eingreifen zu können. In diesen Fällen wird der Eingriff zwar unter Lokalanästhesie aber bei voller Überwachung des Patienten wie bei einer Vollnarkose durchgeführt. Der Anästhesist ist zur Überwachung beim Eingriff dabei und beobachtet kontinuierlich die Reaktion des Patienten. So sieht er sofort, wann er eingreifen muss, um die Bedrohung für den Patienten abzuwenden. Dieses Verfahren heisst „Stand-By“.
 

Intravenöse Regionalanästhesie

Die intravenöse Regionalanästhesie ist für bestimmte kurzdauernde Eingriffe an Hand und Unterarm bzw. Fuß und Unterschenkel geeignet, die in sog. Blutleere durchgeführt werden. Nach Auswickeln der Gliedmaße mit einer elastischen Binde wird eine spezielle Blutdruckmanschette aufgeblasen. Anschließend wird ein örtliches Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) in die Vene des zu operierenden Gliedmaßenabschnittes eingespritzt.

Die Betäubung tritt innerhalb weniger Minuten ein und klingt nach Öffnen der Spezialmanschette sehr schnell ab. Daher ist dieses Verfahren insbesondere für ambulante Operation geeignet.

Über die möglichen Einsatzbereiche, Nebenwirkungen und Risiken wird Sie Ihr/e Anästhesist/in informieren. Fragen Sie bitte gezielt danach.
Spinalanästhesie

Die Spinalanästhesie eignet sich für Eingriffe unterhalb des Bauchnabels. Bei diesem Verfahren wird ein örtliches Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) in den mit Nervenflüssigkeit gefüllten Rückenmarksraum (Liquorraum) der Lendenwirbelsäule eingespritzt.

Die Spinalanästhesie wird im Sitzen oder in Seitenlage vorgenommen. Nach einer örtlichen Betäubung der Einstichstelle am Rücken wird eine sehr dünne Nadel in den Rücken - im Bereich der Lendenwirbelsäule - zwischen zwei Wirbeln eingeführt und bis in den Liquorraum vorgeschoben. Hat die Nadel den Liquorraum erreicht, wird eine geringe Menge Lokalanästhetikum eingespritzt. Dadurch werden die dort verlaufenden schmerzleitenden Nervenstämme betäubt und die Schmerzempfindung im Operationsgebiet blockiert. Die Wirkung setzt meist innerhalb weniger Minuten ein und dauert je nach Auswahl des örtlichen Betäubungsmittels ca. 3-4 Stunden an. Sie verspüren ein Wärmegefühl in den Beinen. Während der Betäubung kommt es in der Regel durch die Wirkung des Medikaments zu einer vorübergehenden Bewegungseinschränkung der Beine. Daher sollte für etwa sechs Stunden nach der Operation Bettruhe eingehalten werden.

Bei Spinalanästhesie in Seitenlage ist es möglich, nur ein einzelnes Bein zu betäuben. Diese Wirkung hält ungefähr 3-4 Stunden an.

Über die möglichen Einsatzbereiche, Nebenwirkungen und Risiken wird Sie Ihr/Ihre Anästhesist/in informieren. Bitte fragen Sie gezielt danach.
 

Epiduralanästhesie

Die Epiduralanästhesie eignet sich für Eingriffe unterhalb des Nabels, die länger als vier Stunden dauern oder als spezielle Schmerztherapie bei großen Bauchoperationen zusätzlich zur Allgemeinanästhesie. Bei diesem Verfahren wird ein örtliches Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) in den Epiduralraum – das ist der Raum direkt vor dem mit Nervenflüssigkeit gefüllten Rüchkenmarksraum – der Brust- oder Lendenwirbelsäule abhängig vom Ort des Eingriffes eingespritzt.
Die Epiduralanästhesie wird im Sitzen oder in Seitenlage vorgenommen. Nach einer örtlichen Betäubung der Einstichstelle am Rücken wird eine Nadel in den Rücken - im Bereich der Brust- oder Lendenwirbelsäule - zwischen zwei Wirbeln eingeführt und bis in den Epiduralraum vorgeschoben. Durch die Nadel wird ein dünner Kunststoffkatheter vorgeschoben, über den dann das Lokalanästhetikum gespritzt wird. Dadurch werden die dort verlaufenden schmerzleitenden Nervenstämme betäubt und die Schmerzempfindung im Operationsgebiet blockiert. Die Wirkung setzt meist innerhalb weniger Minuten ein und kann durch eine Motorpumpe, über die das Lokalanästhetikum weiter verabreicht wird in Ihrer Dauer gesteuert werden. Während der Betäubung kann es durch die Wirkung des Medikaments zu einer vorübergehenden Bewegungseinschränkung der Beine kommen, welche mit Absetzen des Medikaments wieder verschwindet.
Wird die Epiduralanästhesie zur Schmerztherapie eingesetzt, kommt täglich ein Anästhesist zu Ihnen zur Schmerzvisite, bis der Katheter entfernt wird.

 

Häufige Fragen

 


Ja. Anästhesisten absolvieren nach dem Medizinstudium eine Facharztweiterbildung, die derzeit 6 Jahre dauert und genau definierte Tätigkeiten umfassen muss. Sie wird mit einer Facharztprüfung bei der zuständigen Ärztekammer abgeschlossen.
 

Das mit der Anästhesie verbundene Risiko ist heute sehr gering. Im täglichen Leben sind Sie oft viel gefährlicheren Situationen - z. B. beim Autofahren - ausgesetzt!

Alle lebenswichtigen Funktionen von Atmung, Herz und Kreislauf werden ständig überwacht, eine erfahrene Narkoseärztin / ein erfahrener Narkosearzt sorgt für Ihre persönliche Sicherheit. Unsere modernen Arbeitsplätze entsprechen allen geforderten Normen und werden fortlaufend auf ihre einwandfreie Funktionstüchtigkeit hin geprüft. Alle Mitarbeiter bilden sich ständig umfassend fort und nehmen an entsprechenden Qualitäts-Sicherungsmaßnahmen teil. Sie begegnen einem eingespielten Team, dessen Routine entscheidend zu Ihrer Sicherheit beiträgt.

Natürlich gibt es aber keinen medizinischen Eingriff ohne jedes Risiko! Persönliche Risikofaktoren können z. B. mögliche Vorerkrankungen, Lebensgewohnheiten, die Grunderkrankung, die jeweilige Operation und die damit verbundene Eingriffsdauer sein.

Eine genaue Kenntnis Ihrer Situation ist daher für uns entscheidend wichtig, um ein Höchstmaß an Sicherheit für Sie erreichen zu können. Hierfür ist auch ein ausführliches Gespräch mit einem Anästhesisten in der Präanästhesieambulanz wichtig. Füllen Sie daher die entsprechenden Fragebögen sorgfältig aus, bringen Sie Vorbefunde, etwaige Berichte über vorausgegangene Narkosen und ggf. Berichte Ihrer Hausärzte zum Vorgespräch mit.
 

Was ist Narkose?

Bei einer Narkose werden sowohl das Bewusstsein ausgeschaltet, als auch das Schmerzempfinden und mögliche Reaktionen des vegetativen Nervensystems. Sie werden nicht nur den Eingriff in keiner Weise wahrnehmen, sondern ihr Körper soll auch vor möglichen Stressreaktionen auf den chirurgischen Eingriff (die Operation) geschützt werden. Dies ist mit modernen Narkosemedikamenten sehr gut möglich, die zudem ausgezeichnet verträglich sind und rasch abgebaut werden. Eine Belastung durch diese Medikamente kann so für Sie kann in aller Regel vermieden werden.


Warum darf ich vor der Operation nicht mehr essen oder trinken?

Bei nicht nüchternen Patienten kommt es durch einen vollen Magen häufiger zu Übelkeit und Erbrechen als bei nüchternen Patienten. Während der Narkose oder der Aufwachphase sind der Hustenreflex und die Rachenreflexe unterdrückt. Dadurch besteht die Gefahr, dass Mageninhalt in den Rachen gelangt und von dort über die Luftröhre in die Lunge. Diesen Vorgang nennt man Aspiration. Diese Gefahr ist umso größer, je größer der Mageninhalt ist, d.h. je kürzer die letzte Nahrungsaufnahme zurückliegt. Eine Aspiration kann durch den sauren Magensaft eine Lungenentzündung oder sogar schwere Schäden am Lungengewebe hervorrufen, die sich unter Umständen nicht mehr oder nur teilweise zurückbilden.


Warum darf ich nicht rauchen?

Rauchen regt die Magensaftsekretion an. So kann es trotz Einhaltens des Nüchternheitsgebotes zu einer großen Ansammlung von Magensekret kommen und dadurch eine erhöhte Aspirationsgefahr entstehen.


Wie gefährlich ist eine Narkose?

Tödliche Zwischenfälle oder Komplikationen mit schweren Folgeerscheinungen sind dank der stetigen Entwicklung der Anästhesie extrem selten geworden. Sowohl die deutlich verbesserte mehrjährige Ausbildung der Fachärzte für Anästhesiologie als auch bessere Überwachungsmöglichkeiten während einer Anästhesie haben gemeinsam mit neuen verträglicheren Medikamenten die Häufigkeit an anästhesiebedingten Komplikationen auf ein sehr geringes Maß gesenkt. Man kann heute sagen, dass eine Anästhesie/Narkose ein sehr sicheres Verfahren darstellt. Im Alltag sind Sie viel größeren Gefährdungen ausgesetzt - z. b. beim Autofahren! In unserer Abteilung werden Sie ausschließlich von Fachärzten und Fachpersonal mit langjähriger klinischer Erfahrung betreut. Unsere modernen Arbeitsplätze entsprechen allen geforderten Normen und werden fortlaufend auf ihre einwandfreie Funktionstüchtigkeit hin geprüft. Die Abläufe sind standardisiert und entsprechen der Routine und Erfahrung des Sie betreuenden Teams. Entscheidend für Ihre persönliche Sicherheit ist die Erfassung aller Begleiterkrankungen und Befunde während des Vorgesprächs. Nur so können wir uns ein vollständiges Bild von Ihnen und Ihrem persönlichen Risiko machen.
 

Erzähle ich während der Anästhesie Dinge, die ich nicht erzählen will? Tue ich Dinge, die ich sonst nicht tun würde?

Nein. Nach der Einnahme einer Beruhigungstablette hat man sich bei den derzeit gebräuchlichen Medikamenten voll unter Kontrolle. Man kann sich zwar oft später nicht an diese Phase erinnern, aber während dieser Zeit weiß man genau, was man tut. Nach der Einleitung der Anästhesie spricht man nicht mehr. Hierfür sind einerseits die Medikamente verantwortlich, die verwendet werden. Auf der anderen Seite ist das Sprechen bei Narkosen deshalb nicht möglich, da üblicherweise ein Luftröhrentubus oder eine Larynxmaske verwendet wird, wodurch das Sprechen schon rein mechanisch unmöglich wird, da diese Atemhilfen entweder zwischen den Stimmbändern oder auf dem Kehlkopf liegen.
 

Ja, das ist normal, da die verwendeten Medikamente, v.a. auch die Tablette, die etwa 1 Stunde vor der Operation zur Entspannung eingenommen wird, ein hohes amnestisches Potential haben, d.h., dass das Erinnerungsvermögen weitgehend ausgeschaltet wird. Unter dem Einfluss der Medikamente für die Prämedikation und dann unter den Medikamenten, die für die Anästhesie verwendet werden, wird das Kurzzeitgedächtnis nicht in das Langzeitgedächtnis übernommen. Damit kann sich der Patient nicht mehr an das erinnern was kurz vor und kurz nach der Anästhesie oder Sedierung passiert. Diese Phase kann unterschiedlich lang sein, sogar bei ein und demselben Patienten bei verschiedenen Narkosen. Vorhersagbar ist dieser Erinnerungsausfall nicht.
 
 

Heutzutage gibt es eine Reihe wirksamer schmerztherapeutischer Methoden, die auch regelmäßig eingesetzt werden. Wichtig ist, dass Sie sofort melden, wenn Sie trotzdem Schmerzen verspüren, damit die vorgeschriebenen im Bedarfsfall Medikamente auch gleich verabreicht werden. Lassen Sie Schmerzen nicht zum Höhepunkt kommen, Sie müssen kein Held sein! Und Sie müssen auch keine Angst haben, dass starke Schmerzmittel, die Sie in dieser Zeit für wenige Tage brauchen, Sie süchtig machen. Denken Sie daran, Schmerzen sind gesundheitlich schädlich und müssen bekämpft werden. Sie haben ein Recht darauf!
 
 

Dass Patienten während der Narkose aufwachen und Schmerzen empfinden, ohne sich mitteilen zu können, ist schon vorgekommen - aber es ist extrem selten. Ein Erwachen ist bei guter Narkoseführung, bei Einhaltung der Standarddosierungen, gewissenhafter Beobachtung des Patienten nicht möglich
Eine Reihe von Symptomen, wie Änderung von Blutdruck oder Herzschlag, Schwitzen oder unregelmäßiges Atmen kann Ihr Narkoseteam alarmieren, so dass sie die Narkosetiefe verstärken. An manchen Arbeitsplätzen sind zusätzliche Geräte verfügbar, die Anzeichen von Wachheit registrieren können, und Alarm geben, wenn ein Patient aus der Narkose erwacht.


Warum habe ich nach früheren Narkosen gefroren?

Frieren und Muskelzittern nach der Narkose stellen zwar in aller Regel keine Gefahr für Sie dar, werden aber manchmal als unangenehm empfunden. Wir versuchen daher, durch die Auswahl der Medikamente, der Verringerung des Wärmeverlustes während des Eingriffs (Sie können nicht immer komplett zugedeckt auf dem Operationstisch liegen, manchmal kommt es daher zu einer geringen Auskühlung des Körpers) und durch Wärmezufuhr (Warmluft im Op- und Aufwachraum) dieses Zittern zu verhindern, oder es zumindest so gering und kurz wie möglich zu halten. 
 

Besteht die Gefahr, dass mir nach einer Narkose übel wird oder dass ich erbreche?

Postoperative Übelkeit und Erbrechen sind glücklicherweise heutzutage sehr selten geworden. Uns stehen schon zur Vorbeugung verschiedene Verfahren zur Verfügung. Ihr persönliches Risiko für das Auftreten von Übelkeit wird durch Ihren Narkosearzt bestimmt, danach erfolgt die Auswahl des Narkoseverfahrens, ggf. werden auch schon vorbeugend Medikamente eingesetzt. Auch nach der Narkose bestehen noch weitere Möglichkeiten der Behandlung